Jung und Alt geben Vollgas.

Text Alexandra Muheim
Fotos: Ismael Lorenzo, zVg.

Der berühmte Ausgleich zur Arbeit – viele finden ihn im Sport. Einige Helvetia Mitarbeitende laufen in diesem Bereich zu echten Höchstleistungen auf. Wie sie Sport und Arbeit unter einen Hut bringen und was der Sport für ihre Lebensqualität bedeutet, erfahren Sie im Interview mit einem Schweizer-Rekord-Schwimmer und einem jungen Hockey-Nachwuchstalent.

Tempo in jeder Lebensphase

Werner Keller war von 1962 bis 1988 bei der Nationale Suisse angestellt. Mittlerweile ist er 95 Jahre alt und hat 20 Masters-Schweizerrekorde im Schwimmen in den Altersklassen 90 bis 99 aufgestellt. Was ist sein Erfolgsgeheimnis? «Ich war immer sehr organisiert und habe mir erreichbare, aber hohe Ziele gesetzt.» Schon in der Jugend nahm er als Rekrut im Schweizer Militär an Sportwettkämpfen teil: «Da haben wir von frühmorgens bis spät in den Abend trainiert und am Samstag auch, da blieb keine Zeit für ein Mädchen», sagt der Pensionierte augenzwinkernd.

Geburtsjahr: 1924

Geburtsort: Birsfelden

Gelebt in: Basel, Lambenberg, Seltisber

Werner Keller in Aktion

Was dem passionierten Schwimmer der Sport bedeutet, erfahren Sie in diesem Video.

Später hat er geheiratet und seine Prioritäten haben sich verschoben: «Neben der Arbeit, in die ich mich sehr vertieft habe und bei der ich mit Weiterbildungen und Engagement weit gekommen bin, bin ich abends ab und zu noch im Rhein schwimmen gegangen. Mit meiner Frau habe ich ausserdem Wanderungen unternommen und mich viel im Garten bewegt.»


Erst mit 90 Jahren begann er wieder ernsthaft zu schwimmen: «Als ich einmal an einem Wettkampf geschwommen bin, hörte ich den Moderator plötzlich sagen: «Das ist Werner Keller, er stellt gerade einen Schweizer Rekord in seiner Altersklasse über 50 Meter auf.» Und das hat mich dann natürlich motiviert, weiter an Wettkämpfen teilzunehmen.» Aber eigentlich schwimmt der Schweizerrekord-Halter nur für sich: «Ich fühle mich nach dem Schwimmen immer so fit und locker. Ich geniesse es, dass ich noch alles machen kann, was ich will: Am Morgen aufstehen, Kaffee trinken und Zeitung lesen. Das ist für mich das pure Glück.»

«Powerplay» inner- und ausserhalb der Arena

Seit August 2018 ist Luca Hollenstein Mitarbeiter von Helvetia. Der 19-Jährige hat eine spezielle Laufbahn gewählt – oder besser gesagt, sie hat ihn gewählt: «2014 hat mich die Hockey Academy von Zug angefragt, ob ich zum EV Zug wechseln möchte, um da meine Ausbildung zu absolvieren und mich dem Profisport zu widmen.» Eine grossartige Chance für einen jungen Sportler, denn jährlich werden nur sechs bis acht Plätze in dem Programm vergeben. Gleichzeitig profitiert er mit einer Lehre von einem Zugang zur Arbeitswelt.


Dass der Sport ihn einmal so prägen würde, war nicht immer klar – obwohl er schon als Dreijähriger auf den Kufen stand: «Sport war mir schon immer wichtig. Früher habe ich aber Eishockey nur gespielt, um in meiner Freizeit aktiv zu sein – nun bin ich viel zielstrebiger.» Nicht nur im Hockey hat ihn das weitergebracht: «Ich habe gelernt, nie aufzugeben, bevor ich nicht alles versucht habe. Das ist die wichtigste Lehre, die mir der Sport mitgegeben hat.»

Die Freude am Sport hat sich mit der Professionalisierung nur verstärkt: «Als Profiathlet sammle ich unglaubliche Erfahrungen – so konnte ich zum Beispiel während der Junioren-Weltmeisterschaft vor grossem Publikum in Vancouver spielen und habe dank der Wettkämpfe auch viele Orte der Welt besuchen können.» Das Reisen und die Zeit mit seinen Teamkollegen gehören für Luca Hollenstein zu den wesentlichen Vorzügen des Sportlerlebens. «Mein Traum ist es, mich voll und ganz dem Profisport zu widmen; zu trainieren und meine Freizeit mit meinen Freunden, später vielleicht mit meiner Familie, zu verbringen.»

Geburtsjahr: 2000

Geburtsort: Chur (GR)

Gelebt in: Chur, Domat/Ems, Cham, Baar

Luca Hollenstein im Einsatz an der WM

Wie hat Luca die U20-Eishockey-WM in Kanada 2019 erlebt? Mehr dazu in diesem Video:

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